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Was Sie schon immer über Platin wissen wollten:

Platin ist heutzutage das teuerste Edelmetall. Der Wert des Platins ist jedoch erst seit knapp 200 Jahren bekannt; vorher konnte man mit den silbrig weißen Metallfunden nichts anfangen. Mehr noch, die Goldsucher in den südamerikanischen Anden ärgerten sich darüber, daß "platina" (kleines Silber) ihre Goldfunde verunzierte, und sie warfen das ihnen unbekannte Metall in die Erde zurück.
Fälscher nahmen das, wie sie meinten, "unnütze", aber schwere Metall, um Münzen und Barren herzustellen, die dann mit einem Goldüberzug versehen als reines Gold verkauft wurden. Als der Schwindel aufflog, rollten einige Köpfe, und die vermeintlich "wertlosen" falschen Münzen wurden kurzerhand im Meer versenkt.
Erst als um 1800 Chemiker herausfanden, daß Platin ebenso unzerstörbar wie Gold und Silber ist, erkannte man in dem bis dahin wenig geschätzten Metall das hochinteressante und sehr seltene Edelmetall.
Platin kam in Mode. Die schönsten Edelsteine und Kronjuwelen erhielten mit einer Fassung aus Platin einen edlen Rahmen; 1908 wurde der berühmte 516 Karat schwere "Star of Africa" in einer Platinfassung am britischen Königszepter angebracht; ebenso ruht der legendäre "Kohinoor" des englischen Kronschatzes in Platin. Platin ist das seltenste Metall auf der Erde und ca. fünfmal so teuer wie Gold. Es wird als kleine Nuggets gefunden oder in Verbindung mit anderen Erzen. Platin ist extrem schwer. Ein Würfel mit 10 cm Kantenlänge - das entspricht der Form eines Notizwürfels - wiegt 21,5 kg, also fast einen halben Zentner.
Platin ist ein sehr geheimnisvolles Edelmetall, und es dauerte lange, bis Wissenschaftler allen Geheimnissen auf die Spur kamen. Sie fanden heraus, daß im Platin selbst andere Metalle verborgen sind, die wir heute als "Platinmetalle" kennen. Aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften werden auch die Platinmetalle zu den Edelmetallen gezählt.
Platin in reiner Form ohne Bestandteile von Platinmetalle ist sehr weich. Damit Platin seine extreme Festigkeit erhält, braucht es "seine" Platinmetalle. In der Legierung reichen bereits 50 Teile von 1000 aus, um Platin z.B. zu Schmuck verarbeiten zu können. Ein Schmuckstück aus "echtem" Platin trägt den Stempel 950 Pt.
Jährlich werden heute ca. 30 Tonnen Platin gefördert. Wegen seiner Fähigkeit, große Mengen Wasserstoffgas aufzunehmen, hat es große Bedeutung in sogenannten Hydrierkatalysatoren (Fahrzeugindustrie).
Zusammen mit Iridium bildet es ausgesprochen harte und temperaturresistente Legierungen. Aus einer Platin-Iridium-Legierung bestehen beispielsweise wichtige Eichmaße wie das Pariser Urmeter oder das Prototyp-Kilogramm. Platinlegierungen werden unter anderem auch für Schmelztiegel, Elektroden, Spinndüsen oder in der Zahntechnik verwendet. 
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